Heißer Schwedensommer

Rainer am 7. Juli 2010 um 9:55

Nun wird es langsam heiß in Schweden, die Temperaturen haben die Algen in der Ostsee zum Blühen gebracht und diese bilden nun wieder dicke grünbraune Algenteppiche mit der Folge, dass die Gesundheitsämter empfehlen, jetzt auf das Baden zu verzichten…. Und auch die Schwedische Reichstagswahl im September wirft ihre ersten heißen Flammen voraus, um die Gemüter zu erhitzen.
So schreiben die Zeitungen, dass Herr Littorin - Schwedens Arbeitsminister - mit sofortiger Wirkung sein Amt verläßt. (Ob er wohl auch eine 3-monatige Sperrung des Arbeitslosengeldes erleidet und nun im ganzen Land nach einem neuen Job suchen muss?)
Und was macht Grudrun Schyman - die schwedische Version von Alice Schwarzer? Ihr gelingt es mal wieder die Augen der Öffentlichkeit auf ihre Politik - die eigentlich unser aller Politik sein sollte ;-) - zu lenken, indem sie öffentlich 1000 (eintausend) echte 100-Kronen-Geldscheine verbrennt, um auf die Löhnediskrimierung der Frauen in Schweden aufmerksam zu machen.
Den besten Bericht dazu fand ich lustiger Weise  - auf Deutsch - in der Süddeutschen Zeitung:
http://www.sueddeutsche.de/karriere/-euro-im-grillfeuer-flammender-appell-fuer-gerechtigkeit-1.970914

Viel Spass beim Lesen .
Sollte der Link nicht funktionieren, hier der Text aus der SZ:

“Es hat sich gelohnt”
Eine schwedische Politikerin hat umgerechnet 10.000 Euro auf einem Grill verbrannt, um gegen niedrige Löhne für Frauen zu protestieren.
Gudrun Schyman, 62, ist Vorsitzende der kleinen schwedischen Partei “Feministiskt initiativ” (Feministische Initiative), mit der sie bei der Wahl im September einen Platz im Schwedischen Reichstag gewinnen will. Am Dienstag verbrannte sie öffentlich einen Teil ihres Wahlkampfbudgets.
SZ: Wie lange hat Ihr Geld denn gebrannt?
Gudrun Schyman: Etwa eine halbe Stunde. Wir haben 100-Kronen-Scheine verwendet und sie in einem ganz gewöhnlichen Grill angezündet.
SZ: Warum?
Schyman: Wir haben 100.000 Kronen (etwa 10.000 Euro) von zwei Männern aus der Werbebranche geschenkt bekommen. Die sind genauso verärgert wie wir darüber, dass es in Schweden eine systematische Lohndiskriminierung gibt. Berufe, in denen mehr Frauen arbeiten, sind schlechter bezahlt als Berufe die von Männern dominiert werden. Dabei ist die Ausbildung oft gleich lang und die Verantwortung gleich groß. Diese Diskriminierung kostet die schwedischen Frauen etwa 100.000 Kronen pro Minute.
SZ: In Deutschland halten wir Schweden eigentlich für ein Vorbild in Sachen Gleichberechtigung. Stimmt das etwa gar nicht?
Schyman: Nein. Auf dem Arbeitsmarkt jedenfalls sieht es schlimm aus. Die Lohndiskriminierung gibt es seit Jahrzehnten und keine Partei tut etwas dagegen. Die Gehaltsschere zwischen Mann und Frau macht im Schnitt fast 4700 Kronen im Monat aus (knapp 500 Euro). Es betrifft alle Gehaltsgruppen: Wo mehr Frauen arbeiten, wird weniger verdient. Wir fordern einen staatlichen Gleichstellungsfonds, der diese Unterschiede ausgleicht.
SZ: Wäre es nicht sinnvoller, sich dafür einzusetzen, dass mehr Frauen in Männerberufen arbeiten?
Schyman: Damit steigen die Gehälter in den von Frauen dominierten Branchen doch nicht! Wir bräuchten auch mehr Männer, die in Frauenberufen arbeiten. Aber die tun das nicht, weil sie dort so schlecht bezahlt werden. Außerdem: Frauen sind im Laufe der Zeit in alle möglichen Berufsgruppen vorgedrungen. Aber sobald sie in einer Branche in der Mehrheit sind, dann stockt dort die Lohnentwicklung und der Status des Berufes sinkt. Nehmen Sie die Lehrer, das ist ein gutes Bespiel für Schweden. Vor einigen Jahrzehnten war Schule eine Männerwelt, mit männlichen Lehrern und Rektoren. Heute arbeiten dort überwiegend Frauen - und die Löhne sind im Vergleich zu früher schlechter, das Ansehen des Lehrerstandes ist gesunken.
SZ: Und was hilft es da, wenn Sie 100.000 Kronen anzünden?
Schyman: Unsere beiden Spender aus dem Reklamebüro haben uns das Geld gegeben, damit wir unsere politische Botschaft verbreiten können. Es ist ja nun mal so, dass Politik in einem Wahlkampf Geld kostet. Da haben wir überlegt, wie man die 100.000 möglichst effizient verwenden kann. Hätten wir dafür eine Annonce schalten sollen? Für das Geld hätten wir nicht einmal eine halbe Seite in einem Boulevardblatt gekriegt. Also sind wir zu dem Schluss gekommen: Die beste Art, um Aufmerksamkeit zu bekommen, ist, das Geld zu verbrennen.
SZ: Das hat funktioniert?
Schyman: Oh ja! Sie hätten mich wohl kaum angerufen, wenn ich eine Zeitungsannonce geschaltet hätte.
SZ: Stimmt.
Schyman: Sehen Sie, und so ist das auch mit allen anderen Medien. Zu unserer Verbrennung sind Journalisten von Zeitungen, Radiosendern und vom Fernsehen gekommen. Und nun bin ich gleich zu einer ganzen Reihe von Sendungen eingeladen. Es hat sich also gelohnt.

Sommerferien in Lappland

Hiltrud am 11. Juni 2010 um 10:12

Gestern war Schubabschlussfest in der Samischule in Jokkmokk. Die Kinder haben ihre Tracht angezogen und waren zum Schluss noch mal in der Kirche. Sie haben gesungen, der Pfarrer hat zu lange gepredigt, aber Schüler, Eltern und Lehrer waren geduldig. Dann stürmten die Kinder aus der Schule. Endlich Ferien! Sie dauern bis fast Ende August. In Schweden ist es üblich, dass das Ende des Schuljahres gefeiert wird.

p1110779Viele Samikinder gehen nun mit ihren Eltern in die Berge. Dort leben sie den Sommer über. Die kleinen, neugeborenen Kälber werden im Juli markiert, hier ist gibt es (fast) keine Mücken, sondern Natur pur und viel Freiheit.

Mitternachtssonne pur

Hiltrud am 2. Juni 2010 um 15:07

Während in Deutschland alle über das schlechte Wetter klagen, haben wir es hier oben im Norden gut. Die Mitternachtssonne scheint, tagsüber ist es um die 15 Grad warm, es gibt Sonne, Wolken und  kaum Regen … ich möchte nicht tauschen. Manchmal sieht man noch einen letzten Schneerest im Wald, aber ansonsten ist alles abgetaut. Die Flüsse waren kurzzeitig  überschwemmt, aber nun hat sich die Natur wieder beruhigt. Die Birken schlagen aus, die ersten kleinen Lupinen tauchen im Waldboden auf.

Wir legen gerade unseren “Garten” an, nein, Garten kann man es nicht nennen, es ist ein Waldgrundstück, in dem Blaubeersträucher und Weiden, Birken und Fichten wachsen. Nix mit Rasen mähen und so. Und ich versuche herauszufinden, ob hier oben im Norden Samen in der Blumenerde gedeihen. Die ersten Tagetes und Ringelblumen habe ich schon gesichtet, Ungras, wie meine Mutter sagt, aber auch Ungras kann schön sein.

Juni, Juli, August, drei Monate haben wir vor uns, in denen auch wir ab und an ein T-Shirt und eine kurze Hose anziehen können. Im Mai hatten wir schon mal 25 Grad. Manche unken, der Sommer habe dieses Jahr am 17. Mai stattgefunden. Neee, das wird sicher ein Jahrhundertsommer, mit Sonne und Wolken und Mücken und allem was dazugehört.

1.Mai in Lappland

Rainer am 1. Mai 2010 um 13:34

Die Futtertröge für die Rentiere in ihren waldigen Winterquartieren sind leer und wurden mühsam mit dem Skooter eingesammelt zur Sommerverwahrung, unweit wurde ein Bär erschossen, der sich in ein Rentiergehege gewagt hatte. Die meisten Rentiere sind auf dem Weg in die Berge. Sie gehen ein Stück und fressen ein wenig hier und da, und gehen wieder ein Stück, stetig nach Westen, so an die 200 bis 300 Kilometer.
Einige bleiben jedoch immer hier, die Waldrentiere. Bald gebären sie ihre Kälber.

Die Sonne wärmt als erstes die Steine, vielleicht stimmt es ja in den alten Erzählungen, dass auch die Steine Wesen seien. Und wenn du einen aufhebst, lege ihn wieder so hin, daß seine Oberseite zur Sonne schaut.

Der erste Schnee ist immer der Schönste – doch im Frühlingswinter ist der letzte Schnee der Schönste ;-), denn er holt den restlichen Schnee aus den Gärten und Garageneinfahrten ….

Eine andere Welt

Hiltrud am 24. März 2010 um 18:31

Wir sind umgezogen, nur 300 Meter Richtung Osten und plötzlich befinden wir uns in einer anderen Welt. Wenn ich aus dem Arbeitszimmer sehe, laufen Rentiere vorbei.

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Unsere Nachbarn räuchern Rentierfleisch und hängen es in die Sonne zum Trocknen.

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Und Kauno, unser Hund, ist völlig außer sich, wenn er das leckere Fleisch riecht.

Probiert es, getrocknetes Rentierfleisch ist eine der Delikatessen des Nordens - und wir haben es vor der Haustür.

Frühlingserwachen

Hiltrud am 17. März 2010 um 17:13

Es wird heller, es wird sonniger, die Tage werden länger. Der Frühling kommt, obwohl wir in der Nacht oft noch unter minus 20 Grad haben. Aber tagsüber steigt das Thermometer oft um 20 oder 25 Grad. Laue minus 2 hatten wir heute über Mittag. Das heißt, Kaffee trinken im Freien, den Schnee vom Dach schaufeln, in die Sonne schauen, mit dem Nachbarn plaudern und wissen, jetzt wird alles gut. Der lange Winter ist vorbei. Bei uns am Haus tropfen die Eiszapfen und im Bach sehen wir schon wieder fließendes Wasser.

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Jetzt hatten wir auch endlich wieder Zeit, wegzufahren, nach Finnland, zum Brot- und Wurstkauf, zum Saunieren und … wir haben uns in Kemi das Eisschloss angeschaut. Bisher hatte ich nur vom Eishotel in Jukasjärvi gehört (war noch nie da!), aber jetzt hatten wir die Gelegenheit das Eisschloss in Finnland zu besuchen. Wir hatten einen strahlend schönen Tag ausgesucht, ca. 10 Grad unter 0. Der Schnee glitzerte und … im Eisschlossl war es fantastisch. Eine Schmuckausstellung unter Eis, eine Kirche aus Eis, ein Restaurant aus Eis

p1110397 p11103981und natürlich haben wir uns auch die Zimmer angeschaut, in denen man übernachten kann. Nichts für mich,  muss ich sagen. Die Zimmer gingen von einem Gang aus ab, man musste sich bücken, durchkrabbeln und beim ersten hab ich mir gleich den Kopf angeschlagen. Die Zimmer sind klein, mit einem Bett aus Eis. Die Matraze ist nicht aus Eis, sie ist weich und darauf liegen die weichsten Felle, die man sich vorstellen kann. Im schönsten Zimmer war ein Baum aus Schnee in Eis gehauen.

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Aber es ist dunkel da drin, die Luftzufuhr geschieht durch ein kleines Schneeloch. Neeee, nichts für mich, aber für andere. Als wir das Eishotel verließen, haben wir schon die ersten Turisten mit Köfferchen gesehen, die dort übernachten wollten. 174 Euro pro Person, ein Daunenschlafsack inclusive –na ja. Da gibt es Schöneres für mich. Eine finnische Sauna beispielsweise!

Für die Kinder ist das Eisschloss klasse. Es gibt Theateraufführungen, eine Rodelbahn, ein kleines Karussell, das man selbst anschucken muss. Super!

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Schön war es in Finnland, unser Hund hat es auch genossen, denn dort gibt es eingezäunte Hunderparks, in denen die Hund frei springen und mit anderen Hunden  spielen können. Das gibt es bei uns in Schweden - zumindest hier im Norden - nicht. Aber es ist schön, wieder zuhause zu sein. Die Sonne scheint schon morgens um sechs auf die Bäume vor dem Haus, die Vögel streiten sich um die ausgestreuten Samen und Rentiere schauen manchmal in mein Arbeitszimmer. Så ska det vara - so soll es sein!

Schweden - die kleine DDR

Rainer am 19. Februar 2010 um 19:06

Ich lebe seit einigen Jahren in Schweden, dem “Traumland” vieler Deutschen, mich eingeschlossen. Doch Alltagsjahre lassen einen die romantische Urlaubsbrille ablegen und plötzlich stellen sich kritische Fragen…

Vieles ist nicht so sauber, neutral und korrekt, wie sich Schweden so gerne darstellt.
Da gibt es eine Menge “Schwarze Flecken” in der Geschichte und was unbequem ist wird “Geheim-gestempelt”. Egal ob sozialdemokratische Regierung oder bürgerliche blau-schwarze Regierung wie zur Zeit.

So zum Beispiel die Daten, die Birgitta Almgren von schwedischer Seite verwehrt werden für ihre Forschungsarbeit über die “Vernetzung” von Stasi und SÄPÖ während des kalten Krieges. Ihr neues Buch: ”Inte bara Stasi. Relationer ­Sverige–DDR 1949–1990” baut auf offenen Daten des Stasi Archives auf, die Daten aus den schwedischen Archiven werden ihr jedoch verwehrt.

Hier drei Links zu Artikeln im Dagens Nyheter für alle die etwas schwedisch lesen können:
(link bitte in den Browser kopieren, ist nicht “klickbar”)

http://www.dn.se/opinion/signerat/oppna-arkiven-1.997374

http://www.dn.se/dnbok/bokrecensioner/birgitta-almgren-inte-bara-stasi-relationer-sverigeddr-19491990-1.984428

http://www.dn.se/nyheter/politik/fp-krav-stasinamn-maste-slappas-1.1048705

Ein Jahr lang warten auf den nächsten Markt

Hiltrud am 7. Februar 2010 um 19:02

Fortsetzung: Kleines Markt-Tagebuch

Sonntag, 7. Februar 2010

Heute haben wir eine Frau auf der Straße getroffen, die meinte: ” Morgen kommt der schrecklichste, deprimierendste Montag des Jahres”. Ja, ab morgen ist alles vorbei. Heute schon ist Jokkmokk bedeutend leerer. Das Restaurant Opera in der Hauptstraße war noch gut besucht, aber nun sind diejenigen , die gehen, in der Mehrzahl. Wir aber dürfen bleiben und genießen und verarbeiten die vielen Eindrücke. Am schönsten waren die Begegnungen mit anderen Menschen, neue Gedanken, neue Ideen … und natürlich: das Joiken der Kuh!

Hier noch ein paar letzte Bilder vom Jokkmokk-Markt 2010

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Nationaltag der Sami 6. Februar

Hiltrud am 7. Februar 2010 um 10:30

Fortsetzung: Kleines Markt-Tagebuch

Samstag, 6. Februar 2010

Gestern, am Samstag, war so viel los, dass ich nicht dazukam, zu schreiben. Das hole ich jetzt nach.

Die Marktstände waren sehr gut besucht, Busse von überall her kamen und so drängten sich die Besucher zwischen Rentierfleisch, Lederrucksäcken, Wollsachen, Heilcremes, Wurst- und Süßigkeitenständen … Mir war es zu voll. Ich besuchte einen Vortrag einer jungen samischen Autorin, Ann-Helen Laestadius, die ein Jugendbuch über das Selbstverständnis einer jungen “Halbsamin” geschrieben hat. Sie meinte, es gäbe nicht nur den Rassismus der Schweden den Sami gegenüber, sondern auch Rassimus der Samen gegenüber  ”Halbsamen”. Sie hat eine samische Mutter und einen schwedischen Vater und hat nie die samische Sprache gelernt. Deshalb wäre es manchmal schwer für sie, von Samen akzeptiert zu werden.

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Am Nachmittag machten wir einen kleine Rundflug mit dem Helikopter, 10 Minuten hoch in der Luft, über Jokkmokk und den Marktbesuchern. Es war sehr beeindruckend und ging  so schnell vorbei, dass ich gar keine Zeit hatte, über meine Flugangst nachzudenken.

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Schlittenhundefahrten am Talvatis war der große Renner. Die Leute standen Schlange und fotografierten fasziniert die 12 eingespannten Huskys, die aufgeregt bellten, bevor sie wieder eine Runde fahren durften.

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Gestern, am Samstag, war der samische Nationaltag. Gefeiert wurde er in der Kirche Jokkmokks mit einer sehr guten, sehr kritischen Rede des Vorsitzenden des “Sametinget”, der Samiregierung in Kiruna. Dann hörten wir vier Künstlern beim Joiken zu: Katarina Rimpi, Anja Storelv, Jörgen Stenberg und Nils Per Stålka. Sie joikten allesamt so unglaublich unterschiedlich und so unglaublich gut. Joiken kann man alles: die Kirchenglocken, den Tod einer Frau, den Fluss, an dem man wohnt. Mir hat der Joik der Kuh am besten gefallen.

Heute am Sonntag, sind die Marktstände abgebaut, es wird wieder ruhig in Jokkmokk. Im Aijtte-Museum werden noch Ausstellungen und Filme gezeigt, in der Samischule sind noch ein paar Aussteller da, ansonsten kann man jetzt bei einem Spaziergang rund um den Talvatis die Sonne bei 15 Grad minus genießen.

Der Joik des Hasen, des Elchs und der Krähe

Hiltrud am 5. Februar 2010 um 19:41

Fortsetzung: Kleines Markt-Tagebuch

Freitag, 5. Februar 2010

Strahlende Sonne bei minus 20 Grad haben die Marktbesucher heute ins Freie gelockt”. “Wild Hasse”, eine Instution und der Poet unter den Markverkäufern, war da und verkaufte Bären- und Elchwurst.

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Kleine Mädchen streichelten - tote - Rentiere, p1110257

ich wartete auf die “storbröllop”, die große Hochzeitszeremomie, die nicht stattfand und wärmte mich in der “gamla Apoteket”, der alten Apoteke mit Kaffe und Kuchen auf, den meine Füße waren völlig eingefroren.  Dann kam einer der Höhepunkte des Marktes, der “renrajd”, der Rentierzug, der durch den Markt zog.

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Mein Höhepunkt hatte wieder mal mit dem Joik zu tun. Ich nahm an einem Joikkurs teil und lernte den Joik des Hasen, des Elchs und den Joik der Krähe. Jetzt bin ich “angefressen”, wie man so schön sagt und will mehr und mehr und mehr wissen über das Joiken.