Nationaltag der Sami 6. Februar

Fortsetzung: Kleines Markt-Tagebuch

Samstag, 6. Februar 2010

Gestern, am Samstag, war so viel los, dass ich nicht dazukam, zu schreiben. Das hole ich jetzt nach.

Die Marktstände waren sehr gut besucht, Busse von überall her kamen und so drängten sich die Besucher zwischen Rentierfleisch, Lederrucksäcken, Wollsachen, Heilcremes, Wurst- und Süßigkeitenständen … Mir war es zu voll. Ich besuchte einen Vortrag einer jungen samischen Autorin, Ann-Helen Laestadius, die ein Jugendbuch über das Selbstverständnis einer jungen “Halbsamin” geschrieben hat. Sie meinte, es gäbe nicht nur den Rassismus der Schweden den Sami gegenüber, sondern auch Rassimus der Samen gegenüber  ”Halbsamen”. Sie hat eine samische Mutter und einen schwedischen Vater und hat nie die samische Sprache gelernt. Deshalb wäre es manchmal schwer für sie, von Samen akzeptiert zu werden.

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Am Nachmittag machten wir einen kleine Rundflug mit dem Helikopter, 10 Minuten hoch in der Luft, über Jokkmokk und den Marktbesuchern. Es war sehr beeindruckend und ging  so schnell vorbei, dass ich gar keine Zeit hatte, über meine Flugangst nachzudenken.

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Schlittenhundefahrten am Talvatis war der große Renner. Die Leute standen Schlange und fotografierten fasziniert die 12 eingespannten Huskys, die aufgeregt bellten, bevor sie wieder eine Runde fahren durften.

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Gestern, am Samstag, war der samische Nationaltag. Gefeiert wurde er in der Kirche Jokkmokks mit einer sehr guten, sehr kritischen Rede des Vorsitzenden des “Sametinget”, der Samiregierung in Kiruna. Dann hörten wir vier Künstlern beim Joiken zu: Katarina Rimpi, Anja Storelv, Jörgen Stenberg und Nils Per Stålka. Sie joikten allesamt so unglaublich unterschiedlich und so unglaublich gut. Joiken kann man alles: die Kirchenglocken, den Tod einer Frau, den Fluss, an dem man wohnt. Mir hat der Joik der Kuh am besten gefallen.

Heute am Sonntag, sind die Marktstände abgebaut, es wird wieder ruhig in Jokkmokk. Im Aijtte-Museum werden noch Ausstellungen und Filme gezeigt, in der Samischule sind noch ein paar Aussteller da, ansonsten kann man jetzt bei einem Spaziergang rund um den Talvatis die Sonne bei 15 Grad minus genießen.

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